Translations not available!

 

Werk der Woche auf www.freundederkuenste.de | 12. Dezember 2011

Frauke und Dietmar Nowodworski entführen den Betrachter in eine phantastische Welt, die uns neu und abenteuerlich, ironisch und hintergründig anspricht. Eine Welt, die uns gleichzeitig fremd und vertraut ist, die aus Accessoires besteht, die wir alle kennen und doch wieder nicht kennen.

In einer immer komplexeren Welt voller digitaler Reize und manipulierter Bilder gewinnt das Zurschaustellen authentischer Gegenstände als Rückkopplung in die physische Welt oder als Vermittlung von Sinnzusammenhängen eine besondere Bedeutung

...

 

weiterlesen auf www.freundederkuenste.de

INDEX, das Kunstmagazin für Düsseldorf, Ausgabe 7 | 05. Dezember 2011
Index Magazin Beitrag 05.12.2011
Beitrag auf www.freundederkuenste.de | 01. Dezember 2011

" Am Sonntag, den 4.12. gibt es um 15.00 Uhr eine persönliche Führung von des Künstlerpaars Nowodworski in der Galerie Art Unit. Das Paar nimmt die Gäste und Besucher mit auf eine kleine Reise in ihre Welt „Sammeln von Sinnen“, eine kleine Fantasiereise und ein „escape aus dem Alltag“.

Bis zum 20.01.2011 zu sehen in der Galerie Art Unit in der Leopoldstr. 52."

 

- www.freundederkuenste.de -

arthaus:nowodworski | Hellweger Anzeiger, 23. November 2011
Hellweger Anzeiger 23. November 2011
arthaus:nowodworski | Westfälische Rundschau, 23. November 2011
Westfälische Rundschau 23. November 2011
arthaus:nowodworski | Ruhrnachrichten | 24. Oktober 2011
Ruhrnachrichten 19.10.2011 Aus anderen Blickwinkeln
arthaus:nowodworski | Ruhrnachrichten | 19. Oktober 2011
Ruhrnachrichten 24.10.2011 Kunst-Spaziergang
"Gurken aus dem Spreewald" | Stuttgarter Zeitung | Samstag 2.Oktober 2010

Noch immer hängt die Kunstinstallation "SEE YOU" von Dietmar Nowodworski, ein Projekt zur EXPO 2000, an der A2, Grenzanlage Marienborn. Auch zur Wiedervereinigung Ost-West noch immer top aktuell. Siehe Foto Stuttgarter Zeitung Samstag 2. Oktober 2010.

 

Stuttgarter Zeitung Oktober 2010

arthaus:nowodworski | Westfälische Rundschau | 29. September 2010
Szenenwechsel im Ruhrgebiet
arthaus:nowodworski | Hellweger Anzeiger | 28. September 2010
Szenenwechsel im Ruhrgebiet
arthaus:nowodworski | Hellweger Anzeiger | 06. Juli 2010
Szenenwechsel im Ruhrgebiet
arthaus:nowodworski | Stadtspiegel Unna | 07. Juli 2010
Szenenwechsel im RuhrgebietSzenenwechsel im Ruhrgebiet
arthaus:nowodworski | Stadt Unna | 27. April 2010
nowo
arthaus:nowodworski | Hellweger Anzeiger | 27. April 2010
nowo
arthaus:nowodworski | Westfälische Rundschau | 27. April 2010
nowo
arthaus:nowodworski | WDR Servicezeit :Mobil | 09. Februar 2010

 

Ausflugstipp: Licht und Schatten in Unna

 

Von Klaus Kuderer

 

Wer Unna nur als Autobahnschild oder als den „kleinen Nachbarn“ von Dortmund kennt, dem entgehen in der alten Hansestadt am Hellweg nicht nur ein historisches Stadtzentrum mit viel Fachwerk, sondern auch lichte und dunkle Momente, die man nicht so leicht wieder vergisst.

 

Lichtkunst in Brauereigewölben als Highlight

In der ehemaligen Lindenbrauerei aus dem 19. Jahrhundert mit seinem 52 Meter hohen Schornstein steigt man hinab in das weltweit einmalige Zentrum für Internationale Lichtkunst. Dort, wo früher alte Biergärbecken und Kühlkellerräume den Gerstensaft reifen ließen, hielten 2001 die bekanntesten Lichtkünstler Einzug: Olafur Eliasson, James Turrel oder Rebecca Horn haben für das Unnaer Industriedenkmal Räume geschaffen, die nicht nur Kunstkenner faszinieren.

 

Lichter gehen an und aus, Neonröhren beleuchten geheimnisvoll steinerne Säle, und Schatten-spielfiguren erinnern an eigene Kindertage. Der Besucher kann hier aber auch in eine Farblichtinstallation ohne erkennbare Wände und Ecken eintauchen, wenn ihm danach ist. Für manche eine geradezu erleuchtende Erfahrung! Faszinierend sind auch die mit Stroboskoplicht scheinbar schwebenden Wassertropfen einer Wasserfall-ähnlichen Installation. Das Licht reflektiert und verändert die Wahrnehmung des Raumes, den man betritt.

 

Stadtführung in historischen Privatkellern

„Da hier eine Ackerbürgerstadt war und kein schickes Schloss steht, wollen wir unter Tage den Besuchern Unna näher bringen“, erklärt Stadtführer Wolfgang Patzkowsky. Und schon geht es unterirdisch weiter, zum Beispiel unter das Musikhaus Ebel in die Kunstkellergalerie „Nowod-worski“. Die Gemäuer aus dem 15. Jahrhundert haben selbst die Zerstörungen des 30-jährigen Krieges überlebt. Einige Meter weiter wurde sogar ein Goldschatz aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Heute blinken hier kleine Lampen und sind Skulpturen ausgestellt, und Spiegel reflektieren Kerzenlicht in die Gänge.

 

In einem anderen Fachwerkhaus neben der Stadtkirche haben sich die Bewohner ihren ganz eigenen Partykeller eingerichtet. Die Bruchsteinmauern aus Sandstein stammen aus dem 16. Jahrhundert. An der Theke lädt „Kellerkind“ Wolfgang Patzkowsky dann seine Gäste zu einem Glas Wein ein. Ein halbes Dutzend Privatkeller stehen auf seinem Programm. Dieser Rundgang unter Tage bietet dann immer auch Zeit für Geschichte und Geschichtchen der Hansestadt.

 

Oberirdisches Stollenmuseum im Garten

Offenbar kommt man auch in Unna nicht am Bergbau vorbei, vor allem, wenn es Horst Höfer im Stadtteil Stockum gibt: Er war 35 Jahre lang Bergmann, und auch als Rentner ließ ihn das schwarze Gold nicht los. Im Garten seines Eigenheimes hat er alles zusammengetragen, was aus dieser Zeit stammt. Sein Stollenmuseum „Fröhliche Morgensonne“ bringt Licht ins Dunkel derer, die den Kohleabbau im Ruhrgebiet nur aus Erzählungen oder aus dem Fernsehen ken-nen. Mehr als 30.000 Besucher, die hier seit 20 Jahren kostenlos den Kommentaren von Horst Höfer lauschen, waren schon hier. Auch der Bischof von Münster zeigte sich beeindruckt von der Sammelwut des 77-jährigen Ex-Kumpels. „Alles echt erlebt, kannste glauben“, meint der zwinkernd, und mit einem kräftigen „Glückauf“ verabschiedet er sich jedes Mal von seinen Gästen aus nah und fern.

 

 

arthaus:nowodworski | Splash Bad

 

Sammeln von Sinnen
Auch Kunst ist eine Form, dem Alltag zu entfliehen. Am Rande des Ruhrgebiets vereint das Künstlerpaar Frauke und Dietmar Nowodworski Kultur mit Geschichte.

 

In einem 500 Jahre alten Fachwerkhaus der Stadt Unna / NRW richteten die Beiden Ende 2004 ihr Atelier ein und zeigten seither im „arthaus:nowodworski“ 9 Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen. Auch andernorts findet man ihre Fotografien und Objekte in permanenten Ausstellungen, und ein Ende 2008 herausgebrachter zweisprachiger Katalog dokumentiert ihre Arbeiten.

 

Reisen ist ein sehr wichtiger Aspekt in ihrem Leben, immer neue Inspirationen aus unterschiedlichen Kulturen, Orten und Menschen. Diese zeigen sie in Fotoprojekten, wie DOWN TOWN, Made in Cuba, Fernweh oder Souvenir del Mar (derzeitige Daueraustellung in der Firma Keuco) und nehmen ihre Besucher mit auf eine imaginäre Reise in eine andere Welt.

 

Auch die neue Ausstellung, „DIE ANDERE PERSPEKTIVE“, spricht die Sinne in einer ganz eigenen Form an. Hier wird die Philosophie der Künstler gegenwärtig: Kunst ist dort, wo die Vergangenheit auf Gegenwart und Zukunft trifft, verschmilzt und somit der Realität die Schwere nimmt.

 

Dieser Punkt wird in dieser Ausstellung besonders anhand der Objekte und der verwendeten Materialien verdeutlicht. Die Künstler zeigen hier, wie Dinge unterschiedlichster Herkunft, Zweckmäßigkeit und ursprünglich angedachter Nützlichkeit in neuer Komposition zu einem eigenständigen Leben erwachen. Der Besucher wird so einerseits aus dem Alltag entführt und hat doch in spielerischer Form den Wiedererkennungseffekt, welcher ihm ein Lächeln entlocken mag. Auch in der Rauminstallation „die handelsfreie Zone“ verliert sich der Besucher in seine eigene Welt. Licht, Klang und Haptik appellieren an seine Sinne und eigene Wahrnehmung.
Mehr zu „arthaus:nowodworski“ finden Sie unter: www.nowodworski.de oder folgen Sie der Route der Industriekultur und genießen Sie einen „escape aus dem Alltag“ zwischen historischem Ambiente und moderner Kunst.

 

arthaus:nowodworski | Magazin BerührungsPUNKTE | Nr. 16: »Daneben« | 10/2009

 

Doppeldeutig

Was haben eine altertümliche Handbohrmaschine, ein vergoldetes Opernglas mit Perlmuttgriff und eine kleine Schiffsschraube gemeinsam? Frauke und Dietmar Nowodworski haben sie gefunden - die Bohrmaschine in Köln, die Schiffsschraube in Hamburg und das Opernglas in Budapest – und zu einer mannshohen Skulptur zusammengefügt. Mit der schlanken Gestalt und dem kühlen Blick aus den gold umrahmten Gläsern wirkt sie streng, fast ein bisschen etepetete. Doch sie hat auch eine ganz andere Seite. Dreht man an der seitlichen Kurbel der Bohrmaschine beginnt ein rasender Tanz, bis der Griff des Opernglases durch die Fliehkraft horizontal absteht. Nach dem Austrudeln richtet sich der Blick wieder starr in die Ferne. Als Verursacher und Beobachter weiß man nicht so recht, ob die Unterbrechung eine Wohltat oder lästige Pflicht war.

Sammeln von Sinnen

Die beweglichen Skulpturen und Objekte des Künstlerpaares haben ganz unterschiedliche Wirkungen. Mal direkt wie gerade erlebt, mal wird man zum Betrachter kleiner Universen und mal entlocken sie einem ein Schmunzeln. Eines haben alle gemeinsam: Sie bestehen aus unterschiedlichsten Fundstücken, die – liebevoll und kreativ zusammengesetzt – einen bis dahin verborgenen Sinn entfalten. In dem historischen Haus in der Altstadt von Unna, in dem Frauke und Dietmar Nowodworski wohnen, arbeiten und ausstellen, hängt der Himmel sprichwörtlich voller Ideen. Ihre gesammelten „Rohstoffe“ bewahrt das Künstlerpaar in einer großen Werkstatt auf – in Regalen und aus Platzgründen auch an Haken an der Decke.

Oft sind die einzelnen Fundstücke für sich schon kleine Kunstwerke. Schrammen, Beulen und Gebrauchsspuren erzählen von einem zweckbestimmten Vorleben. Frauke und Dietmar Nowodworski gucken genau hin undentdecken darüber hinaus verborgene Qualitäten, die sie durch die Kombination mit weiteren Fundstücken, kleinen Figuren, Federn, Rädern oder anderen Gegenständen aus ihrem Fundus zum Vorschein bringen. Kleine Motoren im Inneren der Kunstwerke starten auf Knopfdruck oder reagieren über Sensoren auf Bewegung. So werden die Objekte zum Leben erweckt – manche danken es dem Betrachter auch mit einer akustische Begleitung.

Erwecken Sie unter www.beruehrungspunkte.de die Kunst zum Leben und entdecken Sie das ganze Potenzial der Objekte.


‚XCHANGE

Neben der Sammelleidenschaft arbeitet das Künstlerpaar an weiteren Projekten. Großformatige Installationen und vor allem die Fotografie gehen immer wieder Verbindungen ein, so auch bei dem aktuellen Projekt im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtheimatpfleger Wolfgang Patzkowsky und internationalen Künstlern und Fotografen thematisieren Frauke und Dietmar Nowodworski den Verfall und die Neuentdeckung von Industriebrachen und -architekturen.

Führungen, Installationen und Fotografien beleuchten das Thema Fusion urbaner Kerne und landschaftlicher Zonen. Ein ehemaliges Fabrikgebäude, seiner ursprünglichen Funktion enthoben, dient hierbei als Ausstellungs- und Projektionsfläche und zeigt so pragmatisch eine Neuentdeckung alter Industriekultur.

Aus dem Magazin BerührungsPUNKTE - Magazin Nr. 16: »Daneben«

 

arthaus:nowodworski | Hellweger-Anzeiger | 04.09.2009

 

Zauberhafte Welten
Galerie ART-isotope zeigt Objekte von Dietmar und Frauke Nowodworski

DORTMUND
In Traum- oder Zaubenwelten entführt eine neue Ausstellung der Dortmunder Galerie ART-isotope von Axel Schöber.

Dietmar und Frauke Nowodworski aus Unna zeigen bis zum 9. Oktober ihre Objekte zum Thema »Sinneswandel« Es handelt sich dabei um Gegenstände, wie sie jeder kennt: Teedosen, alte Kameras, Kaffeemühlen oder Ölsardinen-Konserven. Eigentlich.

Denn das Künstler-Ehepaar gibt diesen Gegenständen einen eigentümlich neuen Sinn. Zum Beispiel der Keksdose, die mit beweglichen Federn und kleinen Rädern nun eine Mischung aus Flugzeug und Vogel geworden ist.

Viele der unterschiedlich großen Objekte sind beweglich, werden von kleinen Elektro- oder Solarmotoren oder auch durch einen Bewegungsmelder angetrieben.

Über allem schwebt ein wenig die Atmosphäre, die von dem Film »Die wunderbare Welt der Amelie« ausgeht: leicht verschroben auf eine sympathisch-poetische Weise. Aus einem der Objekte ertönt sogar die Filmmusik, wenn man einen Schalter betätigt.

Axel Schöber: „Viele der Exponate haben eigentlich keinen Sinn. ER erschließt sich erst in den Augen, des Betrachters."

Ein wichtiges Thema von Dietmar und Frauke Nowodworski ist die Zeit. Es gibt Werke wie »Zeitmaschine« - dabei dreht sich der Zeiger einei Uhr rückwärts - oder »Traumzeit erreicht«, eine spielerisch gestaltete Uhr, bei der die Zeiger alles mögliche tun, nur nicht die Zeit anzeigen, Ein kleines, filigran gestaltetes Männchen schlägt eine Art Glocke.

»Sinneswandel« eröffnet am Sonntag, 6. September, in der Galeria ART-isotope an der Arneckestraße 42
Öffnungszeiten: so, mo, die, fr, 14.30 bis 19.30 Uhr.
www.art-isotope.de
AS

 

 

arthaus:nowodworski | MONOPOL - Magazin für Kunst und Leben/online | Juni 2009

 

courtesy Arthaus Nowodworski
Arthaus Nowodworski
Den Dingen auf den Grund gehen

„Sammeln von Sinnen“ lautet das Motto des Künstlerpaars Frauke und Dietmar Nowodworski. Im nordrhein-westfälischen Unna lädt ihr Arthaus Nowodworski zu ungewöhnlichen Ding-Erfahrungen ein. In wechselnden Ausstellungen führen sie die Sinnlichkeit der Dingwelt abseits von Zweckgedanken vor. Monopol sprach mit Frauke Nowodworski über Orte, Reisen und den verborgenen Zauber der Dinge.

Frau Nowodworski, was muss man sich unter dem Arthaus Nowodworski vorstellen?
Ein Kunstatelier, das wir 2004 ins Leben gerufen haben, in einem der ältesten Fachwerkhäuser in Unna. Unsere gemeinsame Arbeit begann schon früher, mit Fotoprojekten zunächst zu lokalen Themen. Mein Schwerpunkt ist Fotografie, soziale Faktoren, Lebensaspekte spielen da eine wichtige Rolle. Dietmar arbeitet seit zwanzig Jahren mit Objekt- und Installationskunst. Eine wichtige Gemeinschaftsarbeit war eine Art Feldstudie zu den ruhrgebietstypischen Trinkbuden, an denen früher nur Wasser verkauft wurde. Erst später kam ein Angebot von Alkoholika, Süßigkeiten und anderen Waren dazu. Uns ging es um den Aspekt, dass die Trinkhallen allmählich verschwanden – und damit besondere soziale Treffpunkte. Wir fuhren durchs Ruhrgebiet, haben sechzig Szenerien von Trinkhallen aufgenommen und haben mit den Besitzern gesprochen.

Sie haben auch eine Trinkhalle in ihrem Kunsthaus aufgebaut. War das eine authentische Rekonstruktion?
Nein, das war eine Fantasiebude, in der Kitsch und Kultur versammelt war. Außerdem war dieser Kiosk interaktiv. Man konnte auf verschiedene Knöpfe drücken, dann bewegten sich bestimmte Objekte.

Ganz gemäß dem Motto der diesjährigen Biennale in Venedig sind Sie auch „Weltenmacher“, oder?
Stimmt. Unser zentrales Anliegen aber ist, den Besucher mit der realen Welt zu konfrontieren, wenn auch aus ungewohntem Blickwinkel. Unser aktuelle Ausstellung heißt „Die andere Perspektive“. Die Objekte, die dort zu sehen sind, sollen ein „Umschalten“ beim Betrachter bewirken. Es sind Objekte, die zum alltäglichen Lebensbedarf gehören. Sie werden normalerweise als Gebrauchsobjekte genutzt, sollen im Kunstraum aber wieder als Ding an sich erlebt werden.

Oft kombinieren Sie Objekte. Es entstehen „Gegenstands-Wolpertinger“ aus vielen verschiedenen Elementen, ein Opernglas am langen Hals eines Fleischwolfs zum Beispiel.
Bei diesen Skulpturen spielt die Bewegung eine entscheidende Rolle. So können die Besucher an Kurbeln drehen, oder anderweitig einen Mechanismus in Bewegung setzen. Es entstehen ganz neue Assoziationen zur Dose, Schiffsschraube, zum Opernglas oder zu anderen Dingen.

Mit ihrem Slogan „Sammeln von Sinnen“ sprechen Sie sich ja auch für ein Ausblenden des Nützlichkeitsaspekts aus.
Uns interessiert die Schönheit des Gegenstands an sich. Jeder kennt das aus seiner Kindheit: Kindern sammeln Blätter und nehmen die Formen und Farben wahr. Das geht in der schnelllebigen Gesellschaft verloren. Wir wollen die Leute wieder an die individuelle Betrachtung der Dinge heranführen.

Wie funktioniert das Team? Gehen Sie arbeitsteilig vor? Gibt es Reibungen beim Zusammenarbeiten?
Wir arbeiten eigentlich sehr harmonisch zusammen. Es beginnt mit dem Sammeln, mit dem Wahrnehmen von Gegenständen. Ein wichtiger Faktor für uns ist das Reisen; bei Stadtbesuchen begeben wir uns nicht nur in die attraktiven Ecken, sondern vor allem dahin, wo gelebt wird. Wir lesen Dinge auf oder fotografieren Schriftzüge an irgendwelchen Mauern. Der nächste Schritt ist die bewusste Kombination der Elemente im Atelier und die gemeinsame Entscheidung, wie sich die Apparaturen bewegen sollen. Dietmar übernimmt die technische Realisation, und bei der Namensgebung entscheiden wir wieder zusammen.

Mit der Kamera lassen sich Dinge, Erscheinungen, Atmosphären leicht transportieren, beim Mitnehmen von Gegenständen stoßen Sie sicher auf Schwierigkeiten.
Ja, zum Beispiel war es schwierig, einen großen alten Gaskocher aus Griechenland durch den Zoll zu bekommen. Weil ich früher in der Touristikbranche tätig war, konnte ich aber gut Griechisch und habe den Zollbeamten bekniet, dass er den Koffer mit dem Gaskocher freigibt. Für uns selbst sind die Dinge natürlich mit tausend solcher Geschichten verbunden. Der Betrachter entwickelt hoffentlich wieder andere Assoziationen.

Wie sehen ihre nächsten Pläne aus?
Wir bereiten ein Projekt für die Ruhr 2010 vor. Unter diesem Label werden ja die 53 Städte und Gemeinden des Ruhrgebiets zusammengefasst. Wir wollen eine ehemalige Fabrikhalle in der Stadt Unna nutzen und dazu mit einer Gruppe holländischer Künstler zusammenarbeiten. Ich will nicht zuviel verraten, aber unser Projekt dreht sich um Industriekultur im Wandel. Sie wissen, dass solche Veränderungen im Ruhrgebiet immer besonders schnell passieren.

Interview: Jens Hinrichsen

 

arthaus:nowodworski | artprofil | Mai 2009

 

Frauke und Dietmar Nowodworski:
Das Sammeln von Sinnen

„Die Unwahrheit als Lebensbedingung zugestehn: das heißt freilich auf eine gefährliche Weise den gewohnten Wertgefühlen Widerstand leisten; und eine Philosophie, die das wagt, stellt sich damit allein schon jenseits von Gut und Böse“, meint Friedrich Nietzsche in „Jenseits von Gut und Böse”. Ist diese Unwahrheit eine Verfälschung des wirklich-erlebbaren Seins? Oder ist nicht gerade umgekehrt die „Ent-Täuschung“ eine wichtige Voraussetzung, um zu dem, was wir Realität nennen, vorzudringen? Das Enttarnen von Luftschlössern, von unrealistischen Ideen, von dem, was nicht nachhaltig ist, verhilft uns zu Erkenntnisgewinn. Es zeigt uns eine Welt, die dem, wie wir sie gern vorfinden möchten, entgegengesetzt ist. Durch die Entkopplung von Gewohntem entsteht eine neue Sichtweise, eine neue Existenz -sowohl der Gegenstände, die sie betreffen, als auch letztlich des Betrachters, der sie erkennt. Es geht auch weniger um Gut und Böse -das nämlich ist der eigentlichen Erkenntnis erst nachgeordnet. Stattdessen liegt unser eigenes Streben nach authentischem Sein erstmal im Wahrnehmen des Ist-Zustandes.

„Auch Kunst ist eine Form, dem Alltag zu entfliehen“
Am Rande des Ruhrgebiets vereint das Künstler-paar Frauke und Dietmar Nowodworski Kultur mit Geschichte. In einem 500 Jahre alten Fachwerkhaus der Stadt Unna / Nordrhein Westfalen richteten die Beiden Ende 2004 ihr Atelier ein und zeigten seither im „arthaus:nowodworski“ neun Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen. Die künstlerischen Schwerpunkte liegen auf Fotoprojekten, interaktiven Objekten, kinetischer Kunst, Rauminstallationen und Landart. Philosophisches Denken beeinflusst Frauke und Dietmar Nowodworski grundlegend und ist die Basis für ihre Arbeit; dennoch gehen sie in ihrem eigenen künstlerischen Handeln darüber hinaus, indem sie Zeit und Form mit einbeziehen. Die Zeit wirkt als künstlerisches Parameter, indem sie zwar prinzipiell zeitlos ist, aber im Dialog mit der Form des Kunstwerkes sinnlich erfahrbar ist: Im Werk „Zeitmaschine“ spielen die Künstler mit der Begrifflichkeit „Zeit“. Diese wird als solche als etwas Sichtbares erlebt, einerseits als eine Maschine, die sich durch den Rotor Zeit in Bewegung setzt. Gleichzeitig zeigt eine Uhr in der Maschine eine konkrete „Uhr-Zeit" an - wie kann also Zeit gleichzeitig konkret und auch nicht konkret sein? Die letztlich nur marginal zu beantwortende Frage schließt sich folgerichtig an: Was ist Zeit? Es sind somit viele unterschiedliche Ebenen, denen die Künstler nachspüren und die auch beim Betrachter für erhellende Verwirrung sorgen. Manche Kunstwerke sind spielerisch wie „Ballance“ oder „Ballet“, andere ironisierend wie „Connecting Media“, indem ungleiches sich zu etwas Bekanntem verändert, das aber dennoch in dieser Form neu ist -und deshalb als Kunstwerk seinen Wert behält, weil zwei zusammengeführte, funktionale Objekte nicht automatisch ein drittes, neues Funktionales ergeben. Nein, das Wiedererkennbare bleibt auch auf der semantischen Ebene absolut und verhält sich unorthodox, ungewöhnlich -aber auch nichts anderes.

„Auf einem inspirierenden Weg zwischen Gestern und Morgen: Kunst als Bewegung“

Reisen als ein befruchtender Kosmos künstlerischer Bewegung nimmt einen sehr wichtigen Aspekt im Leben der Nowodworskis ein. Neue Inspirationen bereichern ihre Kunst, die sie von unterschiedlichen Kulturen, Orten und Menschen erfahren. Diese illustrieren und zeigen sie in Fotoprojekten, wie „Down Town“, „Made in Cuba“, „Fernweh“, „Trinkhallen im Revier“ (60 Szenerien von „Büdchen“ und Trinkhallen im Revier) oder „Souvenir del Mar“ und nehmen ihre Besucher mit auf eine imaginäre Reise in eine andere Welt. Auch die aktuelle Ausstellung, „DIE ANDERE pER-SPEKTIVE“, spricht die Sinne in einer ganz eigenen Form an. Hier wird die Philosophie der Künstler gegenwärtig: Kunst ist dort, wo die Vergangenheit auf Gegenwart und Zukunft trifft, verschmilzt und somit der Realität die Schwere nimmt. Das Erkennen und Modifizieren, die andere „Sicht der Dinge“, wenn man so will, ist das Ziel. Das „Ding an“ sich, das als Begriffsbildung auf Immanuel Kant verweist, bezeichnet eigentlich ein Seiendes, welches unabhängig von der Tatsache existiert, dass es durch ein Subjekt wahrgenommen wird und somit für dieses zum Objekt würde. Die Nowodworskis spielen künstlerisch mit diesem Begriff: Neugierde, Offenheit und die Fähigkeit, sensibel mit eigenen Wahrnehmungen zu spielen, lassen den Betrachter neue Inhalte erschließen. Erst wenn wir begreifen, dass „Werte und Dinge nur kontextgebunden zu bewerten sind, können wir uns auch davon distanzieren und eine nahezu wertfreie Sicht und sprachlich neue Begrifflichkeiten finden“, meint Dietmar Nowodworski. Die Objekte und die verwendeten Materialien sind Gebrauchsgegenstände, funktional, praktisch, zielorientiert. Die Künstler zeigen hier, wie Dinge unterschiedlichster Herkunft, Zweckmäßigkeit und ursprünglich angedachter Nützlichkeit in neuer Komposition zu einem eigenständigen Leben erwachen. Der Betrachter wird so einerseits aus dem Alltag entführt und hat doch in spielerischer Form den Wiedererkennungseffekt. Auch in Installationen führen die Künstler den Besucher an visuellen Grenzen: In der Rauminstallation „Die handelsfreie Zone“ verliert sich der Besucher in seiner eigenen Welt. Licht, Klang und Haptik appellieren an seine Sinne und die eigene Wahrnehmung. Alles, was somit zielgerichtet ist, hat auch eine eigene Form der Darstellung und Vermittlung. Erst nach einem vorurteilsfreien Erkennen folgt dann die Modifikation des Objektes, das im Dialog mit einem anderen etwas Dialektisches, das Gegensätze und Unterschiedlichkeiten umschließt, gebiert. Frauke und Dietmar Nowodworski tauchen ihre Gedanken in unterschiedliche künstlerische Formen und Ideen und beschreiben so auch das Staunen vor der Welt, die unterschiedlichste Facetten bietet: Man muss sie nur zu lesen wissen. Damit dies gelingt, konzentrieren sie sich darauf, bekannte Materialen, die bereits -als feste Form existentierend -oft in unseren Alltag Einzug gefunden haben, mit anderen zu verbinden. Die Werke bleiben dementsprechend nicht abstrakt, sondern in ihrer Präsenz zum einen in der (von uns so wahrgenommenen) Realität sichtbar und zum anderen auch temporär einordbar, so dass der ideelle Zusammenhang den Betrachter zum Nachdenken und letztlich auch zum Dialog mit seinem eigenen Erfahrungsschatz aufruft. „Wir schaffen Welt, indem wir die Sinne öffnen“, erklärt Frauke Nowodworski.

Erik Buchheister
Ein Bericht aus: ARTPROFIL – Magazin für Kunst, 2-2009 © SYNTAX. Medienproduktion + Verlag GmbH, 68219 Mannheim, Deutschland, www.artprofil-kunstmagazin.com, E-Mail: redaktion@artprofil-kunstmagazin.com, Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

 

arthaus:nowodworski | Mendener Zeitung | 29.04.2009
nowodworski Mendener Zeitung April 2009
arthaus:nowodworski | coolibri | April 2009

 

Die Nowodworskis haben alle ihre Sinne beisammen, mehr noch, sie sammeln Sinne und sind irgendwie von Sinnen. Frauke und Dietmar Nowodworski sind ein Künstlerpaar aus Unna und präsentieren in ihrem Atelier in der Massener Str. 24 wechselnde Ausstellungen. Die aktuelle heißt »Die andere Perspektive« und besteht aus Kompositionen unterschiedlichster, aber auch alltäglicher Materialien, die eine neue, eigene Persönlichkeit entwickeln. Zur Veranschaulichung diene der soeben erschienene Katalog »arthaus:nowodworski - Sammeln von Sinnen«, der im LP-Format auf 64 liebevoll gemachten Seiten einen Querschnitt durch die Arbeit des Paares präsentiert. Und endlich und sympathischerweise kommt auch mal ein Vierbeiner zu der verdienten Ehre, auf der Dankesliste genannt zu werden! www.nowodworski.de nowodworski Coolibri April 2009

arthaus:nowodworski | Wochenblatt Menden | 02.08.2009
nowodworski Wochenblatt Menden August 2009
arthaus:nowodworski | Stadt Unna | 19.11.2008
nowodworski Stadt Unna November 2008
arthaus:nowodworski | Ruhrnachrichten | 23.04.2007
nowodworski Ruhrnachrichten April 2007
arthaus:nowodworski | Hellweger Anzeiger | 25.02.2006
nowodworski Stadt Unna Februar 2006
arthaus:nowodworski | Unna Magazin | Juni 2005
nowodworski Unna Magazin Juni 2005
"Gurken aus dem Spreewald" | Volksstimme | 19.12.2001
nowodworski Volksstimme Dezember 2001
"Gurken aus dem Spreewald" | Der Sonntag | 16.07.2000
nowodworski Der Sonntag Juli 2000
"Gurken aus dem Spreewald" | Mendener Zeitung | 14.07.2000
nowodworski Mendener Zeitung Juli 2000
"Gurken aus dem Spreewald" | Boerde Volksstimme | 10.07.2000
nowodworski Börde Volkstimme Juli 2000
"Gurken aus dem Spreewald" | Sonntag Generalanzeiger | 09.07.2000
nowodworski Sonntag Generalanzeiger Juli 2000
"Gurken aus dem Spreewald" | Mendener Zeitung | 14.07.2000
nowodworski Mendener Zeitung Juli 2000
"Gurken aus dem Spreewald" | Stadt Spiegel | 29.11.1999
nowodworski Stadt Spiegel November 1999
"Gurken aus dem Spreewald" | Westfälische Rundschau | 21.08.1999
nowodworski Westfälische Rundschau August 1999
"Gurken aus dem Spreewald" | Zeitung XX
nowo
"Gurken aus dem Spreewald" | Zeitung XX2
nowo
"Gurken aus dem Spreewald" | Zeitung XX3
nowo
"Gurken aus dem Spreewald" | Zeitung XX4
nowo
"Gurken aus dem Spreewald" | Braunschweiger Zeitung | 04.10.1995
nowodworski Braunschweiger Zeitung Oktober 1995
"Gurken aus dem Spreewald" | ArtAurea | 01/1995
nowodworski Art Aurea Januar 1995
"Gurken aus dem Spreewald" | Wolfsburger Allgemeine Zeitung | 09.11.1994
nowodworski Wolfsburger Allgemeine November 1994
"Ganz Privat" | Hellweger Anzeiger | 25.02.06
nowodworski Hellweger Anzeiger Februar 2006
"Ganz Privat" | Ruhrnachrichten | 17.06.2005
nowodworski Ruhrnachrichten Juni 2005
"Ganz Privat" | Unna Magazin | 07/2005
nowodworski Unna Magazin Juli 2005
"Ganz Privat" | Westfälische Rundschau | 25.02.06
nowodworski Westfälische Rundschau Februar 2006
"Ganz Privat" | WZ | 15.02.2006
nowodworski WZ Februar 2006
"Ganz Privat" | WZ | 27.06.05
nowodworski WZ Juni 2005
"Beatles Museum" | Mitteldeutsche Zeitung | 15.12.2007
nowodworski Mitteldeutsche Zeitung Dezember 2007
"Beatles Museum" | Mitteldeutsche Zeitung XX
nowodworski Mitteldeutsche Zeitung